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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

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Yoho National Park (BC)

(Letzte Änderung: 29.09.2026 @ 16:40)
Auf einen BlickKlein, aber spektakulär: Yoho liegt westlich an Banff und Lake Louise und bündelt auf engem Raum die tosenden Takakkaw Falls, den smaragdgrünen Emerald Lake und die Natural Bridge. Zentrum ist das winzige Bahnörtchen Field. Im Osten grenzt der Banff National Park an.
Beste Reisezeit: Juni bis September (die Yoho Valley Road öffnet erst etwa Mitte Juni).
Zeitbedarf: 1 bis 2 Tage.

Ein wenig möchte man Mitleid haben mit dem Yoho National Park. Beinahe an die Seite (nach Westen) abgedrängt von den "übermächtigen", weltbekannten und zurecht als grandios geltenden Parks Jasper und Banff fristet er scheinbar ein Mauerblümchendasein. Davon zu sprechen, wäre jedoch stark übertrieben. Stimmen dürften wenigstens, dass er relativ gesehen nicht ganz die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.

Immerhin handelt es sich um einen Nationalpark, was ein Gütemerkmal an sich ist - und das ist aus gutem Grund, hat er doch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Fangen wir mal mit einer "Sehenswürdigkeit" an, die nicht natürlichen Charakters ist.

Field als Zentrum des Yoho National Park

Field

Die Gemeinde mit nur rund 200 Einwohnern ist schon ein Unikum. Sie liegt mitten im Park, knapp an ihr vorbei verlaufen der Trans Canada Highway und die Bahnstrecke der Canadian Pacific Railway. Letztere spielte für die Erschließung des kanadischen Westens durch europäischstämmige Siedler eine sehr große Rolle, und Field war damals eine wichtige Durchgangsstation, was der Lage am Fuße des Kicking Horse Passes geschuldet war. Diesen wählte die Canadian Pacific Railway für die Überquerung der Rocky Mountains, und in dem heutigen Field entstand ab 1880 ein Eisenbahndepot.

Heute ist der Ort ein uriger Flecken, mit einigen hübschen, alten Gebäuden und einem schönen Ausblick auf das Yoho Valley.

Straße in Field mit bunten Holzhäusern und Bergen im Hintergrund Bahngleise bei Field mit Güterzug vor den Bergen des Yoho Valley Containerzug auf den Gleisen bei Field vor Felswänden

Der 1930 gebaute Wasserturm und die hübsche Kirche mit dem unschlagbar schönen Bergpanorama im Hintergrund (Mount Stephen und Mount Dennis).

Wasserturm von Field vor den Bergen des Yoho Valley Weiße Kirche in Field mit Bergpanorama im Hintergrund

Field ist das touristische Zentrum des Yoho-Nationalparks, hier befindet sich auch das Visitor Center.

Noch ein wenig mehr Geschichte, es lohnt sich, finde ich, denn man erkennt in dem Werdegang von Field so manch Exemplarisches für die Boomtowns des frühen Westens:

Infotafel Shanty Town to Boom Town zur Geschichte von Field Infotafel The Park Story zur Gründung des Yoho National Park

Natural Bridge und Emerald Lake

Natural Bridge

Ganz in der Nähe von Field liegt die Natural Bridge. Dabei handelt es sich um eine Felsformation, die den reißenden Kicking Horse River wie eine Brücke überspannt. Das Getöse des Flusses ist gewaltig.

Bilder sagen mehr als tausend Worte der Erklärung:

Der Kicking Horse River fließt schäumend unter der Natural Bridge hindurch Natural Bridge mit Stromschnellen und Berg im Hintergrund Natural Bridge von oben: der Kicking Horse River zwängt sich durch den Felsdurchbruch

Die Natural Bridge Viewing Area liegt praktischerweise direkt am Trans Canada Highway.

Emerald Lake

Was dem Banff National Park sein Lake Louise oder Moraine Lake, dem Jasper National Park Lake Annette oder Lake Edith, das ist dem Yoho National Park der - bemerkenswerterweise nicht mit einem Frauennamen geschmückte - Emerald Lake. Dabei steht er den Seen im Jasper NP schönheitstechnisch in nichts nach, Lake Louise und Moraine Lake, DEN Perlen der kanadischen Rockies im Banff NP, muss er sich auch nicht mit riesigem Abstand geschlagen geben.

Man sehe selbst (bei nicht optimalem Licht):

Emerald Lake mit Bootsanlegestelle und Bergkulisse Der türkisgrüne Emerald Lake spiegelt die Berge, rechts eine Lodge am Ufer Emerald Lake mit Schilf im Vordergrund und felsigem Bergzug

Und anders als bei Louise und Moraine verfügt der Emerald Lake über einen sehr schönen Wanderweg, der komplett (!) um den See führt und nicht nur an einem Ufer entlang. Die Lake Loop ist gut fünf km lang - z.T. sehr einfach zu bewerkstelligen, auf der einen, länger im Schatten liegenden Ostseite allerdings häufig etwas matschig (oder auch stark matschig). Dort gibt es auch den einen oder anderen kleineren Anstieg.

Ach so: Eine Stunde Kajakfahren kostete 2022 schlappe 90 CAD - ich habe nachgefragt. Aktuell ist das ohnehin nicht möglich: Laut Parks Canada sind alle Gewässer im Yoho und Kootenay National Park bis 31. März 2027 für Boote und Angeln gesperrt (Schutz vor invasiven Arten wie dem Erreger der Drehkrankheit, Whirling Disease).

Takakkaw Falls und Yoho Valley Road

Takakkaw Falls

Mit Wasserfällen ist das immer so eine Sache. Im Sommer verkümmern sie (speziell im Südwesten der USA, z.B. im Yosemite NP) häufig zu kläglichen Rinnsalen, die nur eine Ahnung von den Wassermassen vermitteln, die sie zu anderen Zeiten bewegen.

Nicht so in Kanada Anfang Juli. Und schon gar nicht die Takakkaw Falls: Je nach Messung stürzt das Wasser bis zu 373 m in die Tiefe, der freie Fall des Hauptfalls misst rund 254 m. Damit gehören sie zu den höchsten Wasserfällen Kanadas. Gespeist werden sie vom Schmelzwasser des Daly-Gletschers, weshalb sie im Frühsommer besonders viel Wasser führen.

Man muss das erlebt haben, wie mit quasi jedem Schritt die Temperatur um ein Grad fällt, das unheilvolle Hintergrundgrollen zu einem regelrechten Getöse anwächst, und die Gischt immer mehr wird, sich auf der Sonnenbrille sammelt und man ums gute Objektiv fürchtet. Und dann spannt sich auch noch ein Regenbogen auf, wie er schöner kaum sein könnte, den man einfach fotografieren bzw. auf Video festhalten MUSS!

Takakkaw Falls mit dem Yoho River im Vordergrund Nahaufnahme der Takakkaw Falls an der Felswand

Yoho Valley Road

Die Takakkaw Falls liegen am Ende der faszinierend schönen, knapp 14 km langen Yoho Valley Road, die nur saisonal geöffnet ist, grob von Mitte Juni bis Mitte Oktober und abhängig vom Wetter. Sie windet sich über viele Kurven, von denen zwei Spitzkehren zwischen Kilometer 6,1 und 6,5 sehr eng sind. Fahrzeuge über 7 m Länge müssen dort rangieren, Anhänger sind nicht erlaubt - für größere RVs ist die Straße also praktisch unpassierbar.

Hier ein Eindruck mit Blick nach Süden.

Die Yoho Valley Road schlängelt sich durch Nadelwald, dahinter schneebedeckte Berge

Meeting of the Waters

Was so blumig heißt, ist der Zusammenfluss von Yoho River und Kicking Horse River. Dafür gibt es an der Yoho Valley Road einen turnout mit viewpoint. Leider aber sehr zugewachsen, so dass sich ein Stopp nicht unbedingt lohnt.

Holzschild Meeting of the Waters am Zusammenfluss von Yoho River und Kicking Horse River Wildwasser-Kaskade zwischen Felsen und Nadelbäumen

Lower Spiral Tunnel Overlook

Direkt am Trans Canada Highway, kurz hinter dem Kicking Horse Pass, liegt ein Overlook, der auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheint.

Auf den zweiten immer noch - aber hier geht es auch nicht um landschaftlichen Reiz, sondern um Eisenbahn-Geschichte.

Portal eines Spiral Tunnels im Nadelwald am Hang

Was es mit den Spiral-Tunneln auf sich hat, kann man der Info-Tafel entnehmen.

Infotafel The Spiral Tunnels mit Zeichnung der Bahnstrecke

Hiking

Die Emerald Lake Loop habe ich oben beschrieben. Für weitere trails, von denen es nicht so viele gibt wie im Banff NP oder Jasper NP, aber immer noch eine stattliche Anzahl, fehlte mir leider die Zeit.

Directions

Der Park grenzt westlich an den Banff Nationalpark. Zwischen beiden liegt der 1627 m hoch gelegene Kicking Horse Pass.

Good to know

Bitte nicht die Yoho Valley Road mit einem Trailer fahren - das funktioniert nicht. Es gibt zwar nicht viele sehr enge Haarnadelkurven, aber die haben es in sich und würden zum Umkehren zwingen. Wobei: Wie soll man da umkehren?

Wie in allen Nationalparks der kanadischen Rockies ist Eintritt fällig (2026: 12,25 CAD pro Erwachsenem und Tag, der Discovery Pass gilt auch hier). Drohnen sind im Park verboten, Verstöße können laut Parks Canada bis zu 25.000 CAD kosten. Der Park ist ganzjährig zugänglich, Besucherservices gibt es aber nur von Mai bis Anfang Oktober. Aktuelle Infos: Parks Canada.

My Visits

Wir waren 2022 im Yoho National Park.

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Nein, mit Banff und Jasper kann der Yoho National Park nicht mithalten. Das ist aber Jammern auf ganz hohem Niveau. Der Park ist für mich ein absoluter Pflicht-Besuch, wenn man in der Region ist.

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