Mount Rushmore National Memorial (SD)
(Letzte Änderung: 30.09.2026 @ 16:19)Mount Rushmore in den Black Hills in South Dakota
Auf der rechten Außenbahn George Washington, direkt daneben Thomas Jefferson und dann Theodore Roosevelt. Als Linker Außenverteidiger Abraham Lincoln. Oder ist Roosevelt der neben Washington? Oder etwa Lincoln in der Innenverteidigung? Aber nein, der ist ganz sicher außen links.
Ich kann mir die genaue Aufstellung der berühmtesten Viererkette der Welt nur mit Mühe merken und gerate immer wieder ins Straucheln.
Gut, dass es nur vier Präsidenten sind, deren Konterfeis in Stein gemeißelt dem Besucher entgegen strahlen. Abends ist das mit dem Strahlen übrigens wörtlich zu nehmen, denn dann gibt es eine aufwändige Lichtshow, bei der die Präsidentenköpfe ganz nach amerikanischem Geschmack pompös illuminiert werden.
Präsidentenköpfe und Monument-Geschichte
Das Mount Rushmore National Memorial ist eine Pilgerstätte für (überwiegend) amerikanische Touristen und Schaulustige aus aller Welt.
Gefeiert werden Demokratie, Gott und Vaterland und das mit mehr als einer Prise Patriotismus und Pathos. Man ist stolz auf Amerika und seine Werte und zeigt das auch. Kein Wunder, wenn Besucher egal welcher Bürgerschicht vor den Stein gewordenen Landesführern salutieren. Amerikaner haben damit jedenfalls Null Probleme.
Benannt nach dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore, der ursprünglich die Goldschürfrechte für das Gebiet erworben hatte, ist Mount Rushmore allerdings für die eigentliche rechtmäßigen Eigentümer des Landes, die indigenen Völker, eine Demütigung erster Güte.
Man sieht in den götzenhaften Präsidentenabbildern nicht weniger als eine spirituelle Entweihung der heiligen Black Hills und eine Erinnerung an Misshandlungen und Enteignungen durch die weiße Bevölkerung, die ihren Höhepunkt Mitte des 19. Jahrhunderts fand.
Vielleicht liegt in diesem Konflikt die Hauptmotivation für das noch viel gewaltigere Crazy Horse Memorial ein paar Meilen weiter südlich.
Der Presidential Trail (0,6 Meilen Rundweg) führt vom Grand View Terrace hinunter zur Basis des Monuments – mit wechselnden Perspektiven auf die vier Gesichter und Halt am historischen Sculptor’s Studio. Der erste Teil (0,2 Meilen) ist gepflastert und rollstuhlgeeignet; der Rest umfasst 422 Treppenstufen.
Directions
Das Mount Rushmore National Memorial liegt in South Dakota, in den Black Hills.
GPS-Koordinaten Mount Rushmore NM
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)
GPS Mount Rushmore: 43.878889, -103.459722Anfahrt
Good to know
Mount Rushmore ist Pflichtprogramm in den Black Hills, aber man sollte die Erwartung richtig kalibrieren: Es ist ein Monument, kein ganztägiges Naturerlebnis. Gerade deshalb passt ein Besuch gut als Baustein in einen größeren Black-Hills-Tag.
Kein Eintritt, aber Parkgebühr (Xanterra-Parkhaus, 10 USD pro Fahrzeug, Senioren ab 62 5 USD, aktives Militär kostenlos) – ein Ticket gilt ein Jahr lang für beliebig viele Besuche. Die Evening Lighting Ceremony findet von Memorial Day bis 30. September täglich statt: bis Anfang August um 21 Uhr, danach um 20 Uhr – rund 45 Minuten mit Rangerführung, Film und Illumination der Skulptur.
Naheliegend ist die Kombination mit dem Crazy Horse Memorial oder einer Runde durch den Custer State Park. Dann wirkt das Ganze deutlich runder als nur ein schneller Selfie-Stopp.
My Visits
Mount Rushmore habe ich 1994 und 2010 besucht.
Ich kann mich an der bildhauerischen Leistung erfreuen, die dem Memorial zweifelsfrei zu Grunde liegt. Ich habe auch kein Problem damit diese zu fotografieren. Interessante Motive gibt es jedenfalls genug.
Allerdings gibt es wohl kam eine unpassendere Gegend für so ein Denkmal, als die Black Hills. Hier fanden die Kriege gegen die indigenen Völker der Prärie einen ihrer unrühmlichen Höhepunkte.
"Die Botschaft von neuen Goldfunden in den Black Hills 1874 läutete auch das Ende der noch freilebenden Siouxstämme im Norden ein." (Quelle: Wikipedia: Indianerkriege) Nach dem Vertrag von Fort Laramie 1868 gab es eigentlich schon Reservate am Platte und Missouri River, doch der Siedleransturm auf die Black Hills ließ die Konflikte neu aufflammen: Ein Ultimatum verlangte von den noch freilebenden Stämmen, sich bis zum 1. Januar 1876 in die Reservate zu begeben. Bei mehreren Tausend Kriegern unter Waffen stieß der folgende Feldzug der US-Armee auf heftigen Widerstand. In der Schlacht am Rosebud schlugen die vereinten Sioux, Cheyenne und Arapaho zunächst eine Streitmacht unter General George Crook. Kurz darauf führte ein koordinierter Angriff von vier Armeeeinheiten auf ein großes Stammeslager am Powder River zur bekanntesten Schlacht der Indianerkriege, der Schlacht am Little Bighorn: Custer hatte sein 7. Kavallerieregiment abgesetzt und die eigene, aus 700 Soldaten und indigenen Scouts bestehende Kolonne zusätzlich in drei Teile gesplittet. Sitting Bull und Crazy Horse vernichteten seine Abteilung restlos, die beiden anderen wurden erst Tage später durch Verstärkung gerettet.
Jeder zieht seine eigenen Schlüsse.
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()