Hawai'i Volcanoes National Park (Big Island)
Bereits 1916 gegründet und damit einer der ältesten Nationalparks der USA – mehr zur Geschichte und allen 63 Parks auf der Nationalparks-Übersicht.
(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 14:33)Ein Urlaubsprospekt zu dem Hawai'i Volcanoes Nationalpark dürfte nicht ohne diese Schlagworte auskommen: Lavafelder, Regenwälder, dampfende Krater und malerische Küstenlinien. Wobei die Vulkane wohl die Hauptattraktionen des Parks sind:
Kilauea
Dieser Vulkan ist der Hauptfokus des Parks und bekannt für seine regelmäßigen Eruptionen und den aktiven Krater Halema'uma'u.
Mauna Loa
Auch ein zentraler Teil des Parks, Mauna Loa ist der größte aktive Vulkan der Erde und hat eine bedeutende geologische Präsenz im Nationalpark.
Pu'u 'O'o
Ein Schildvulkan und ein Schlackenkegel, der Teil des Kilauea-Vulkans ist und während der Eruptionen der 1980er und 1990er Jahre aktiv war.
Kilauea ist weiterhin aktiv, und seine Eruptionen sind eine der am längsten andauernden vulkanischen Aktivitäten der Welt. Seit 1983 gab es immer wieder Ausbrüche, die bis 2018 kontinuierlich anhielten. Nach einer Pause begann Kilauea im Dezember 2020 wieder zu eruptieren, und seither kommt es zu wiederkehrenden Ausbruchsphasen im Summit-Bereich rund um den Halema'uma'u-Krater.
Update 2026:
Der alte Dauer-Ausbruch am Pu'u 'O'o (1983 bis 2018) ist beendet; aktuell stehen episodische Aktivitäten am Kilauea-Summit im Fokus. Vor der Tagesplanung lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuellen Conditions, Air-Quality-Hinweise und Webcams.
Offizielle Quellen: Park Conditions, What’s Going On With The Volcanoes?, Webcams.
Dass ein Vulkanausbruch 30 Jahre oder noch länger andauern kann, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte immer die Vorstellung von einer gewaltigen Explosion, Lava, Ascheregen und nach ein paar Tagen Ruhe. So wie bei Dante's Peak mit Pierce Brosnan. Ganz falsch, wie der Kilauea Vulkan auf Big Island zeigt. Die Pu'u 'O'o-Eruption begann 1983 und war bei meinem Besuch 2013 bereits 30 Jahre im Gange - am Ende sollten es bis zu ihrem Erlöschen 2018 satte 35 Jahre werden. Respekt!
Nun ist es nicht so, dass der Kilauea ununterbrochen Gift und Galle spuckt und in einem fort tonnenschwere Gesteinsbrocken auf die bemitleidenswerte Umgebung hinabschleudert. Die meisten Eruptionen des Vulkans vollziehen sich relativ sanftmütig in Form hinaus quellender und z.T. unterirdisch fließender Lavaströme und viel heißer Luft (Gase und Dampf, um genau zu sein), die nebelschwadenartig über der Caldera liegt.
Für einen dauerhaft so milden Verlauf gibt es allerdings keine Garantie, wie verschiedene heftige Explosionen nach dem Vorbild des o.g. Hollywood-Reißers im Mai 1924 belegen. Damals drang Wasser in die Magmakammer des Vulkans ein. Heute zählt der Kilauea zu den aktivsten Vulkanen der Erde.
Innerhalb seiner Caldera befinden sich mehrere Krater: Der Halema'uma'u Hauptkrater ist in der hawaiianischen Mythologie der Wohnsitz der Vulkangöttin Pele. Seit Dezember 2024 bricht der Kilauea hier episodisch aus - kurze, oft nur wenige Stunden dauernde Lavafontänen-Episoden aus zwei Schloten, dazwischen Pausen von teils mehreren Wochen (Stand September 2026: bereits über 50 Episoden). Ob gerade Fontänen aktiv sind oder der Krater nur dampft, lässt sich vorab nie sicher planen.
Kilauea, Halema'uma'u und Lavafelder
Neben dem Halema'uma'u Gipfelkrater gibt es in der Caldera des Kilauea einige weitere Krater, z.B. den seit der Eruption im Jahr 1959 ruhigen Kilauea Iki Krater (s. Bild unten; im Hintergrund dampft der Halema'uma'u).
Bei der Eruption 1983 entstand der Pu'u 'O'o-Kraterkegel, der seitdem, abgesehen von kurzen Pausen, keine Ruhe gegeben hat. Der Pu'u 'O'o liegt an der Südostflanke des Kilauea und von dort fließt die Lava bis in den Pazifik. Beim ocean entry erkaltet die Lava und es entsteht neues Land. Der Sockel von Big Island wird immer größer.
Der Anblick fließender Lava aus der Nähe ist bestimmt beeindruckend, auch wenn es sich dabei oftmals nur um etwa armdicke Lavastränge handelt. Leider ist mir dieser bei meinem Besuch 2013 verwehrt geblieben. Um so etwas zu erleben, muss man einigen Aufwand betreiben, wozu mir im Urlaub nicht der Sinn steht (s. Hinweise weiter unten).
Mit den aktiven Lavafeldern des Kilauea hat der Hawai'i Volcanoes National Park Sehenswürdigkeiten im Portfolio, die es anderswo in den USA schlichtweg nicht gibt. Wo überhaupt auf der Welt kommt man vulkanischer Aktivität so nahe wie hier?
Trotzdem gebe ich diesem Nationalpark nur zwei Sterne. Der Anblick aktiver Lava ist mit Glück und/oder reichlich Aufwand verbunden. Einfach hinfahren, ein paar Meter gehen und schon quillt brodelnde Lava links und rechts des Weges ist illusorisch.
1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen erhobenen 399 National Park Sites (Jahr 2025)
Climate
Quelle (nur Daten): Destination Parks
Hiking
Entlang des Crater Rim Drives gibt es einige schöne Wanderwege, von denen ich zwei mir bekannte kurz vorstelle:
Der round trip vier Meilen lange Kilauea Iki Trail führt zunächst (wenn er gegen den Uhrzeigersinn begangen wird) durch dichten Regenwald bergab in den Kilauea Iki Krater. Man durchquert die Mondlandschaft des erkalteten Lavasees, der beim Ausbruch im Jahr 1959 entstanden ist. Am anderen Ende des Kraters geht es wieder bergauf.
Dieser letzte Anstieg ist nicht ohne, ich bin auf den vielen Serpentinen ganz schön ins Schwitzen geraten und war nicht traurig, als ich die ersten Autos auf dem Parkplatz der Thurston Lava Tube durch das dichte Grün schimmern sah. Am Kraterrand entlang geht es dann wieder zum Ausgangspunkt, dem Kilauea Iki Overlook, zurück.
Eine fantastische bebilderte Beschreibung des Kilauea Iki Trails findet sich bei www.angies-dreams.net. Angies Website möchte ich an dieser Stelle mit Nachdruck empfehlen. Man findet hier viele nützliche Infos von einer passionierten Hawai'i-Kennerin.
Für den kleinen Wanderhunger zwischendurch kommt der eine Meile (round trip) lange Devastation Trail in Betracht. Dieser führt entlang der Demarkationslinie, die das beim Ausbruch des Pu’u Pu’ai im Jahr 1959 vernichtete Gebiet von intaktem Wald trennt. Am Ende des trails steht man am Rand des Kilauea Iki Kraters.
Camping
Im Hawai'i Volcanoes National Park gibt es zwei campgrounds. Der Namakani Paio Campground liegt abseits des Highway 11 und der Kulanaokuaiki Campground an der Hilina Pali Road.
Directions
Der Hawaʻi Volcanoes National Park liegt auf der Big Island in Hawaiʻi.
Die wichtigsten Besucherachsen sind heute der Crater Rim Drive im Summit-Bereich und die Chain of Craters Road Richtung Küste. Je nach vulkanischer Aktivität und Bauarbeiten gibt es aber regelmäßig Teil-Sperrungen, Umleitungen und Parkplatzengpässe.
Vor allem im Summit-Bereich können Conditions sich schnell ändern. Für den Tagesplan sind aktuelle NPS-Meldungen deshalb Pflicht.
GPS-Koordinaten Hawai'i Volcanoes NP
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):
GPS Kilauea Visitor Center: 19.429584, -155.256906
GPS Kilauea Overlook Area: 19.419821, -155.28806
GPS Kilauea Iki Overlook: 19.41665, -155.24305
GPS Namakani Paio Campground: 19.43083, -155.23778
GPS Kulanaokuaiki Campground: 19.34370, -155.27406
Good to know
Aktive Lava ist im Park nicht jederzeit und nicht an jedem Aussichtspunkt sichtbar. Deshalb vor dem Besuch unbedingt den aktuellen Status prüfen: NPS Lava-Updates und NPS/USGS Webcams.
Bei Wanderungen durch Lavafelder und Kratergelände sind robuste Schuhe, Sonnenschutz und reichlich Wasser Pflicht. Die scharfkantige Lava zerstört leichtes Schuhwerk schnell.
Zusätzlich wichtig: Luftqualität und Conditions im Blick behalten, weil vulkanische Gase und kurzfristige Sperrungen die Tagesplanung direkt beeinflussen können: aktuelle Park Conditions.
Der Eintritt kostet 30 USD pro Fahrzeug (7 Tage gültig). Wer beide Hawaii-Nationalparks besucht, fährt oft günstiger mit dem 55-USD-Hawaii-Tri-Park-Annual-Pass, der neben Hawai'i Volcanoes und dem Haleakala NP auch das Pu'uhonua o Honaunau National Historical Park (ebenfalls auf Big Island) abdeckt - alternativ tut es natürlich auch der America the Beautiful Pass.
Zum Vergleich lohnt sich auch ein Blick auf den Haleakala NP auf Maui.
My Rating 
Es gibt eine Menge guter Gründe, diesen Nationalpark zu besuchen. Mit dem Haleakala NP beispielsweise hält er aber m.E. nicht mit.
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